Historisches: B! Guelfia

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Die Burschenschaft Guelfia

Der Ursprung der Münchener Burschenschaft Guelfia ist in der Gründung der Tafelrunde Alemannia durch den aus Schwaz in Tirol stammenden Kassian Greiderer am 3. April 1893 im Gasthof "Zum Steinernen Schild" in der Bayerstraße zu sehen. Die Namenswahl kann nicht mehr geklärt werden. Die Farben Rot-Weiß-Blau deuten auf die Verbindung zwischen Tirol und Bayern hin. Der Wahlspruch lautete "Concordia res parvae crescant".

Im Januar 1898 wurde aus der Tafelrunde die freie schwarze Studentenverbindung Guelfia mit den Farben Hellrot-Weiß-Hellgrün gegründet. Der Name soll daraus entstanden sein, daß aus dem Anfangsbuchstaben "G" der schönste Zirkel gemacht werden konnte. Wahrscheinlicher ist aber die These, man habe in Konkurrenz zur kurz zuvor –sofort als Burschenschaft – gegründeten Verbindung "Stauffia" den Geschlechternamen Heinrichs des Löwen, des Gründers Münchens, als Patrimonium reklamiert.

Die Verbindung wurde an der Technischen Hochschule eingetragen, obwohl auch schon ein großer Teil der Mitglieder der Universität angehörte. Mit Rundschreiben an alle an den beiden Hochschulen eingeschriebenen Korporationen teilte man mit, daß man sich seit dem 3.5.1898 als freie Verbindung Guelfia mit unbedingter Satisfaktion konstituiert habe. Als die Farben am 23.6.1900 erstmals öffentlich gezeigt wurden, war Guelfia zur farbentragenden Verbindung geworden. Im Sommersemester 1902 wurde der Beschluß gefaßt, die Grundsätze der Deutschen Burschenschaft anzunehmen. Nach einem Jahr wurde Guelfia in den Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften aufgenommen. Der Wahlspruch lautete seitdem "Ehre, Freiheit, Vaterland".

Der Erste Weltkrieg forderte aus den Reihen der Guelfen 19 Tote. Am 23.11.1918 wurde mit einer stark besuchten Kneipe der Bundesbetrieb wieder aufgenommen. Noch während der Inflationszeit wird der "Münchener Guelfenheim e.V." gegründet, dessen Mitglieder mit denen des Altherrenverbandes identisch waren. 1924 wird zusammen mit der Berlin-Charlottenburger Burschenschaft Thuringia und den Österreichischen Burschenschaften Ostmark und Gothia das "Großdeutsche Kartell" gegründet. Das Haus Rottmannstraße 12 wird von der Altherrenschaft gekauft und als Bundeshaus ausgebaut. Im Amtsjahr 1931-32 ist die Burschenschaft Guelfia Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft und leitete im Frühsommer 1932 den in ganz Deutschland vielbeachteten Burschentag von Bingen am Rhein. Mit Verzögerung wird erst 1936 die Überführung des aktiven Bundes in den "Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB)" vollzogen. Aus den bisherigen Wohnkameradschaften der Korporationen werden Kameradschaften des NSDStB. Zu den Alten Herren der Guelfia treten die der MB! Babenbergia und werden der Kameradschaft Neumark im NSDStB zugeteilt. Der Münchener Guelfenheim e.V. bleibt als Hausbauverein Besitzer des Hauses in der Rottmannstraße. Der 2. Weltkrieg fordert aus den Reihen der Guelfia/Neumark 28 Tote und 12 Vermißte. Das Bundeshaus fiel Bombenangriffen zum Opfer.

Am 9.12.1948 fanden sich Neumärker in der TH zusammen und beschlossen, die Burschenschaft Guelfia wieder zu gründen. Am 26.1.1949 kamen darüber hinaus 15 alte Guelfen zusammen und man beschloß, neben dem immer noch bestehenden Guelfenheim e.V. die Altherrenschaft wieder aufzubauen. Im November 1949 gehört Guelfia zu den 68 Burschenschaften, die in Marburg die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Studentenverbindungen" gründeten. Im November 1952 wird das erste eigene Heim in einem Korporationshaus bezogen, das von der Brauerei Löwenbräu in der Türkenstraße 51 errichtet worden war.

Auf dem Burschentag 1952 wird das ehemalige "Großdeutsche Kartell" zusammen mit den Burschenschaften Thuringia Berlin, Alemannia Aachen und Cheruskia Aachen als "Grenzlandring" wiederbegründet. Im Sommersemester 1960 wird das neuerworbene Haus in der Oberföhringerstraße bezogen. Im Sommer 1991 wird das Dachgeschoß noch ausgebaut, um ein Couleurdiener-Ehepaar einstellen zu können. Existenzfragen führen im Sommersemester 1997 zu dem Beschluß, sich mit den Münchener Burschenschaften Babenbergia und PC Apollo zu einer neuen Münchener Burschenschaft zusammenzuschließen. In diesem Zusammenschluß sahen wir die Chance, verkrustete und inhaltslos gewordene Strukturen aufzubrechen und das burschenschaftliche Gedankengut und die Freundschaft zueinander in ein neues, zeitgemäßes Gewand zu kleiden.

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